Archiv für die Kategorie „- Bau- & Mietrecht“
OLG Celle: Mehrerlösabführungsklausel im städtebaulichen Vertrag (Einheimischen-Modell)
Oberlandesgericht Celle, Urteil vom 29.05.2008, Az. 8 U 239/07 – Red. Leitsätze:
- Bei einem Kaufvertrag über ein Grundstück (erschlossenes unbebautes Grundstück) zwischen Gemeinde und ortsansässigen Käufer mit dem Förderung der Ansiedlung Einheimischer, so ist sie nach § 11 Abs. 2 BauGB grundsätzlich berechtigt, vom Käufer den Mehrerlös zurückzufordern, der sich bei einer vorzeitigen Veräußerung des Grundstücks ergibt, wenn der Verkaufspreis unterhalb des Marktwertes liegt (sog. Einheimischenmodell), .
- Der Berechnung des Mehrerlöses kann die Differenz zwischen dem An- und dem späteren Verkaufspreis oder der dem Käufer im Zeitpunkt des Ankaufs gewährten Preisnachlass, also der Differenz zwischen Verkehrswert und Ankaufspreis verwendet werden..
- Unzulässig sind demgegenüber vertragliche Gestaltungen, bei denen die Gemeinde sich einen Mehrerlös oberhalb des Verkehrswertes sowohl zum Zeitpunkt des Ankaufs als auch des Verkaufs zusagen lät. Das gilt insbesondere für Regelungen, die faktisch dazu führen, dass der Erwerber die Erschließungskosten doppelt zahlt.
OLG Celle: Wirksame Preisanpassungsklausel in Verträgen mit Sonderabnehmern bei Gasunternehmen
OLG Celle, Urteil vom 17.01.2008, Az.13 U 152/07 -Red. Leitsatz: Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verwendete Preisanpassungsklausel
„xxx darf den Festpreis und den Verbraucherpreis entsprechend § 5 Abs. 2 GasGVV anpassen. Es handelt sich um eine einseitige Leistungsbestimmung, die wir nach billigem Ermessen ausüben werden. Soweit sich der Festpreis oder der Verbrauchspreis ändert, können Sie den Vertrag entsprechend § 20 GasGVV kündigen”,
verstößt in Verträgen mit Sonderabnehmern nicht gegen § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB.
Tags:- Bau- & Mietrecht, AGB - Aktuell, Inhaltskontrolle, Klauseln, Preisanpassungsklausel, UKlaG, Unterlassung, UrteileBGH: Weitere Schönheitsreparaturklauseln in Mietverträgen gekippt
Der Bundesgerichtshof hat gleich in zwei Verfahren weitere Klauseln über Schönheitsreparaturen in Mietverträgen für unzulässig erklärt. Damit hat er die beiherige Rechtsprechung fortgesetzt und ergänzt. Die verworfneen Klauseln lauten:
Tags:- Bau- & Mietrecht, AGB - Aktuell, BGH, Klauseln, Mustermietvertrag, Schönheitsreparaturklausel, UrteileBGH: Abwesenheitsklausel in Heimvertrag
Der klagende Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände streitet mit dem Beklagten, der ein Seniorenzentrum mit Altenwohnheim-, Altenheim- und Altenpflegeheimplätzen betreibt, über die Verwendung einer Klausel im Heimvertrag, nach der bei Abwesenheit des Bewohners von mehr als drei Tagen das Heim vom ersten Tag an 40 % des Heimkostensatzes erstattet. [...]
Tags:- Bau- & Mietrecht, Altenheim, BGH, Dienstvertragsrecht, Urteile, Verbraucherschutz, VertragsrechtBGH: Nachträgliche mündliche Individualvereinbarungen – Vorrang vor Schriftformklauseln (AGB Geschäftsraummiete)
Sachverhalt: Der Kläger macht rückständige Miete geltend. Er vermietete mit schriftlichem Vertrag vom 7. Oktober 1999 Geschäftsräume zu einem monatlichen Mietzins von 2.900 DM zuzüglich MWSt an den Beklagten. § 21 Nr. 4 Satz 1 des Mietvertrages lautet: “Nachträgliche Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages gelten nur bei schriftlicher Vereinbarung.” In den Jahren 2000 und 2001 zahlte der Beklagte lediglich eine reduzierte Miete mit der Begründung, die Parteien hätten sich nachträglich auf eine monatliche Miete von 2. 000 DM netto geeinigt.
Tags:- Bau- & Mietrecht, BGH, Geschäftsraummiete, Klauseln, Schriftformklausel, Urteile, Vertragsrecht, VorrangBGH: (Un)Wirksamkeit starrer Schönheitsreparaturklausel
Der unter anderem für das Wohnungsmietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute (erneut) über die Wirksamkeit einer Schönheitsreparaturklausel in Mietvertragsformularen entschieden.
[...] Nach dem von der Klägerin verwendeten Mietvertragsformular hat der Mieter die Schönheitsreparaturen auszuführen. Die Allgemeinen Vertragsbedingungen der Klägerin zum Mietvertrag (AVB) enthalten unter anderem folgende Regelungen:
Tags:- Bau- & Mietrecht, BGH, Klauseln, Mustermietvertrag, Schönheitsreparaturklausel, Urteile, Vertragsformularin Küchen, Bädern und Duschen alle drei Jahre …
in Wohn- und Schlafräumen, Fluren, Dielen und Toiletten alle fünf Jahre
in anderen Nebenräumen alle sieben Jahre. …
“Nr. 5 Erhaltung der überlassenen Räume
(2) Die vom Mitglied gemäß § 3 Abs. 8 des Vertrages übernommenen Schönheitsreparaturen sind während der Dauer des Vertrages ohne besondere Aufforderung fachgerecht auszuführen. …
Die Schönheitsreparaturen sind spätestens nach Ablauf folgender Zeiträume auszuführen:
(3) Läßt in besonderen Ausnahmefällen der Zustand der Wohnung eine Verlängerung der nach Abs. 2 vereinbarten Fristen zu oder erfordert der Grad der Abnutzung eine Verkürzung, so ist die Genossenschaft auf Antrag des Mitgliedes verpflichtet, im anderen Fall aber berechtigt, nach billigem Ermessen die Fristen des Planes bezüglich der Durchführung einzelner Schönheitsreparaturen zu verlängern oder zu verkürzen.”


